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2007-03: Aus meiner Sicht - Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie

 
Harmut Karsten
Ministerium für Gesundheit und Soziales
Herr Blume hat in seinem Artikel "Globalisierung heißt mehr Wettbewerb" zutreffend ausgeführt, dass die deutsche Wirtschaft, die überwiegend mittelständisch geprägt ist, sich einem verschärften internationalen Wettbewerb ausgesetzt sieht. Er hat außerdem einige wichtige Entwicklungen, wie den schnellen technologischen Wandel, die demografischen Veränderungen und die erhöhten Anforderungen an die Flexibilität von Unternehmen gegenüber Kundenanforderungen erwähnt.

Die obersten Arbeitsschutzbehörden der Länder haben diese Entwicklungen, die sich in den Eckpunkten des Lissabon-Prozesses der EU, der europäischen Sozialagenda, der beschäftigungspolitischen Leitlinien sowie der darauf fußenden europäischen Strategie für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit widerspiegeln, aufgenommen und der vorjährigen Konferenz der Arbeits- und SozialministerInnen (ASMK) einen Vorschlag für eine Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie vorgelegt. Diese Strategie geht davon aus, dass wirtschaftliche Entwicklungen nur dann nachhaltig sein werden, wenn sie sozial flankiert sind.

Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit spielen in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle. Sie stellen wichtige Indikatoren zur Beurteilung der Qualität der Arbeit sowie der Leistungsfähigkeit und Nachhaltigkeit wirtschaftlichen Handelns auf betrieblicher wie auf gesellschaftlicher Ebene dar.

Die ASMK hat sich die kurz dargestellten Überlegungen zu einer Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie zu Eigen gemacht und dabei die folgenden Schwerpunkte gesetzt:
Zur Verbesserung des betrieblichen Arbeitsschutzes sollen gemeinsame nationale Arbeitsschutzziele entwickelt und auf Grundlage von Arbeitsprogrammen nach einheitlichen Gesichtspunkten verwirklicht werden. Es soll evaluiert werden, ob die angestrebten Ziele erreicht werden konnten. Staatliche Arbeitsschutzbehörden und Unfallversicherungsträger sollen abgestimmte arbeitsteilige Verfahren verwirklichen und für die Unternehmen soll ein transparentes, überschaubares und von Doppelregelungen freies Vorschriften- und Regelwerk des Arbeitsschutzes bereitgestellt werden.

Mit dieser Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie werden Bund, Länder und Unfallversicherungsträger über Länder- und Branchengrenzen hinweg einen Arbeitsschutz aus einem Guss gestalten. Übergeordnetes Ziel der Strategie ist es, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten durch einen präventiv ausgerichteten und systematisch wahrgenommenen Arbeitsschutz, ergänzt durch Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung zu erhalten, zu verbessern und zu fördern.

Gesunde, qualifizierte und motivierte Mitarbeiter sind eine wesentliche Voraussetzung für die Bewältigung der großen Umwälzungen in der Arbeitswelt. Sie treiben Innovationen voran und sichern damit die Wettbewerbsfähigkeit und den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen. Ein moderner Arbeitsschutzansatz erfordert zwingend die aktive Einbeziehung der Beschäftigten und der Akteure des betrieblichen Arbeitsschutzes sowie die Stärkung der innerbetrieblichen Arbeitsschutzstrukturen. Die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie soll auch einen Beitrag zu einem auf die gesamte Bevölkerung bezogenen Präventionsansatz leisten.

Arbeitsschutz wird so integraler Bestandteil einer auf Prävention ausgerichteten Gesundheitspolitik. Damit können längere Lebensarbeitszeiten ermöglicht, die sozialen Sicherungssysteme entlastet und volkswirtschaftliche Folgekosten durch Unfälle bei der Arbeit sowie arbeitsbedingte Erkrankungen reduziert werden.


Quelle: IHK-Journal "Der Markt in Mitteldeutschland"
  

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